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Irgendwann war der Historismus abgefeiert, und der Aufbruch zu neuen Ufern war fällig. Der Überdruss an der Nachbildung vergangener Stile begann 1861 mit William Morris in England, der ein gutes Gespür für Handwerk und Qualität besaß. Ihm fiel die Diskrepanz auf zwischen zunehmender industrieller Produktion und dem Anspruch auf stilistische Vollendung. Ohne sich vom Bezug auf die Renaissance oder gar das Mittelalter abzuwenden, postulierte er handwerkliche Fertigung für das gesamte Kunsthandwerk. Er rief die Großartigkeit der alten Holzschnitte ins Gedächtnis und ging daran, die Gestaltung des Buches zu revolutionieren, das im 19. Jh seine Qualität fast völlig eingebüßt hatte.
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Eine Forderung nach völlig neuen Formen finden wir bei ihm noch nicht. Und zunächst ist der Jugendstil noch keine Absage an üppiges Dekor. Insofern geht der Jugendstil aus den Gewohnheiten der Gründerzeit hervor, aber auch bald über sie hinaus. Tatsächlich wird zum ersten Mal seit Jahrhunderten ein neuer Stil geschaffen, anstatt dass zum wiederholten Mal auf die Vorlagen der Vergangenheit zurückgegriffen wird. Von der Zeitschrift "Die Jugend" bekommt der Stil seinen Namen. Aufbruch, Jugend, Morgen -- das sind die Lieblingsmotive der Künstler und Grafiker um 1900.
Natürlich kommen auch die Designer des Jugendstils nicht ohne Vorlagen aus. Sie finden das, was sie begeistert, vor allem im Kunsthandwerk Japans.
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Japanische Motive waren ein Lieblingsthema des Jugendstils
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In der Baukunst folgen die Stilwandel gemächlich; das ist zwangsläufig so, da dem Entwurf Planung und Bauzeit folgen, so dass meistens mehrere Jahre verstreichen, und so wird mancher Entwurf bis zur Fertigstellung von neuen Entwicklungen überholt. Die Wandlungen folgten in kürzeren Abständen auf einander, passend zum Tempo der Kommunikation, die neue Trends vermittelte.
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Hier nudelt es noch, erinnert auch ein wenig an den manuelinischen Stil. Haus der Seefahrt an der Hohen Brücke, 1909/10
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