|
|
|
|
Hamburg geht auf Weltniveau
|
Die Hafen-City! Ich hätte nicht gedacht, dass ich so sehr Geschmack an ihr finden würde. Was mir als erstes aufgefallen ist: Auch wer sich nicht von einem Restaurant zum nächsten Café hangeln kann, hatdie Möglichkeit, sich in diesem Stadtteil kostenlos auszuruhen. Es gibt jede Menge Bänke! Und da sie aus Holz sind und aussehen wie ultramoderne Couchtische, kann man sich auch drauf ausstrecken. Nicht wenige tun das.
|

|

|
 |
Auch ein neues Unilever-Haus gibt es. Das alte befand sich am Valentinskamp in der Hamburger Neustadt. Es trat an die Stelle eines letzten Häuser-Ensembles des Gängeviertels, wo noch in den 50er Jahren Prostitution herrschte. Es repräsentierte in der späten Wiederaufbauzeit die Moderne und war lange Zeit der höchste Neubau in Hamburg. Seit 2009 wurde es umgebaut, und die Unilever hat den Neubau auf dem Grasbrook bezogen. Es wird eine neue Fassade bekommen, nachdem der Altbau mehr den Stadtteil geheizt hat als das Gebäude selbst.
Der Neubau ist in Gebrauch. Lebhaft. Ich werde im entsprechenden Kapitel meine Eindrücke schildern; hier nur so viel: Ich steh' davor und denk: Nun ist das schon seit zwei Jahren in Gebrauch und immer noch nicht ausgepackt. -- Sieht aus, als könnte es bei Sturm abheben. -- Aber schau, da hat jemand für diesen Fall einen Anker danebengestellt!
|
 |
|
Wie in der heutigen Architektur üblich, kokettiert es mit der Schiefe. Im Plattdeutschen pflegt man zu sagen: "'n beten scheef hett Gott leef."

|
Wunderschön, extravagant, fantasievoll:
Das Sumatra-Kontor.
Es erinnert tatsächlich an die Häuser der Ureinwohner von Sumatra und zitiert auch das stumpfe Rot ihrer Fassaden. Die Farbigkeit ist durch die Verwendung von dünnen roten Sandsteinplatten erzielt worden. Man bedenke: Ein Haus dieses Ausmaßes außen mit Sandstein zu verkleiden! Zumal es offenbar nicht konventionell gemauert worden ist, sondern eine Aluminium-Konstruktion in sich verbirgt. Wie sind die Platten an der Fassade befestigt? Ich finde nichts darüber. Üblich sind verkittete Anker verschiedener Typen, die in die Fassade eingehängt werden. Wegen der enormen Temperaturunterschiede müssen die Fugen offen bleiben. Da die Platten sehr dünn sind, frage ich mich, wie tief die Anker sitzen können.
Function follows Form...
Was aber, wenn die Verkleidungen einige Sommer und Winter in dieser exponierten Lage überstehen mussten? Wird die Kombination von Material und Schräglage nicht umgekehrt dafür sorgen, dass die Funktion der Form folgt, nämlich der Schwerkraft zu gehorchen und auf die Passanten herabzuregnen?
|
 |
|
|
|
|
|
|