Große Raubtierschau am Gotteshaus

St-Margaret-Kapelle am Schloss von Edinburg

Das Zeitalter der keltischen Ornamente

Die Zeit der Romanik brachte teils äußerst schlichte Bauen hervor, wo man eigentlich Schmuck hätte vermuten sollen. Diese kleine Kapelle der Heiligen Margaret ist innen ähnlich schlicht wie außen. Sie steht in Schottland auf der Burgberg von Edinburgh.

In derselben Stadt, im National Museum of Scotland, finden wir herrliche Beispiele für Tier- und Flechtornamente aus der Zeit der frühen Christianisierung. Ein flaches Irisches Kreuz auf diesem Stein ist noch zu erkennen.

Der Tierstil verschwand durchaus auch in christlicher Zeit nicht aus der Ornamentkunst, im Gegenteil: Es scheint, dass er da erst richtig erblühte.

Stein mit Tierornamenten und Resten eines Kreuzes
Metallne Gewandspange, schottisch

Durch das Book of Kells ist die Verwendung von Flechtornamenten in Verbindung mit Tiermotiven für das 9. Jh. belegt; die Ähnlichkeit mit den Ornamenten der Skythen hat schon früh Anlass zu Vermutungen gegeben, auf welche Weise diese die keltische Kunst beeinflusst haben mag.

In der romanischen Baukunst geht es dann richtig los mit den Raubtiernummern. Es scheint, als hätte es auch schon früher den Brauch gegeben, durch die Darstellung von wütenden Tieren und Dämonen eine Abwehr alles Feindlichen vom eigenen Heim zu bewirken. Dieses Denken ist in die christliche Kunst hinübergerettet worden, so scheint es.

Lucca, Italien
Eingangstür zu einer Kirche in Lucca Schmuck einer Tür von San Michele, Lucca